Fichier de travail :

    ../DUMP-TEXT/Allemand/4_Geistigesinne/32.txt

Forme voulue :

    (Sinn(\w)*|Gesp(ü|u)r(\w)*|Verst(a|ä)nd(\w)*|Empfinden(\w)*|Gef(ü|u)hl(\w)*|Unziemlichkeit(\w)*| Erfolgserlebnis|Organisationstalent)

Définition :

    [Dans le domaine intellectuel] Conscience intellectuelle générale, faculté de comprendre les choses et d'apprécier les situations avec discernement.

_________________________________________________________________________________________________

Schuldgefühl

--

Das Schuldgefühl ist eine - normalerweise als negativ wahrgenommene - soziale Emotion, welche aus der bewussten oder unbewussten Überzeugung etwas Falsches getan zu haben entsteht. Mögliche körperliche Reaktionen (Erröten, Schwitzen, eventuell sogar depressive Verstimmung, Fieber oder Magenverstimmung) sind oft vergleichbar mit denen der Scham oder Angst, aber meist schwächer ausgeprägt. Schuld, Scham und Verantwortungsgefühl können leicht verwechselt werden, d.h. die Abgrenzung im Erleben des Individuums ist häufig schwierig. In der Fachliteratur wird Scham von Schuld mittels der Bewertungsgrundlage des Verhaltens abgegrenzt: Während Schuld durch eine negative Bewertung eines Verhaltens erzeugt wird ("ich habe etwas Falsches getan"), wird Scham durch eine negative Bewertung des globalen Selbsts erzeugt ("ich bin ein schlechter Mensch"). In der ursprünglich auf Freud zurückgehenden Tiefenpsychologie wird das Schuldgefühl durch das „Über-Ich“ ausgelöst. Die
Fähigkeit zum Erleben von Schuldgefühlen und deren Auslösbarkeit durch charakteristische aktuelle Lebensereignisse wird nach analytischen und tiefenpsychologischen entwicklungspsychologischen Theorien innerhalb charakteristischer Lebensphasen in der Kindheit erworben.

--
* 2 Reaktionen
* 3 Schuldgefühle im Kognitivismus
* 4 Religiöse Bedeutung
--

Schuldgefühle werden, sofern die Fähigkeit dazu vom Individuum schon erworben wurde, ausgelöst, wenn eine sozial unerwünschte Handlung begangen wird. Dies können Verstöße gegen Normen, Gebote oder Verbote sein, aber auch die Nichterfüllung einer sittlichen oder moralischen Pflicht kann zu Schuldgefühlen führen.

Offensichtliche auslösende Faktoren können beispielsweise ein verursachter Schaden, Versäumnis eines Termins oder ähnliche (unnötige) Fehler sein. Spezifische Gründe können vorliegen, wenn Menschen das Verpassen von Chancen bereuen oder im Nachhinein an der Richtigkeit getroffener Lebensentscheidungen zweifeln. Obwohl dies quälende Gefühle bereitet, besteht deren tieferer Sinn darin, dass sie aus vergangenen Irrtümern lernen und in Zukunft bessere und für sich stimmigere Entscheidungen treffen können (Literatur: Neal Roese).

Des Weiteren kann das Schuldgefühl aber auch durch objektiv schwer nachvollziehbare Auslöser entstehen. Es wird normalerweise entweder von der Umwelt oder vom Betroffenen selbst entwickelt und verstärkt. Hierbei ist meistens eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Disposition, Persönlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung mitverantwortlich.

--

Durch Schuldgefühle können Gewissensbisse, Ärger, Angst und sogar Panik hervorgerufen werden. Die Person wird von innerer Unruhe getrieben sein, ein schlechtes Gewissen haben und allgemein unter einem bedrückenden Gefühl leiden. Zweifel, Selbstvorwürfe und die ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Fehlverhalten sind typisch. Die Reue, also der Wunsch, das Geschehene ungeschehen zu machen oder die Schuld wiedergutzumachen, ist besonders ausgeprägt. In manchen Fällen sind Schuldgefühle auch Auslöser für Selbstverletzendes Verhalten (SVV).

[Bearbeiten] Schuldgefühle im Kognitivismus

Nach der Kognitiven Verhaltenstherapie entstehen Schuldgefühle, wenn der Betroffene sein Verhalten als falsch bewertet und sich dafür als Mensch verurteilt. Sie werden in einigen Richtungen dieser Therapieform nicht als „Gefühle“ sondern als Bewertungen und Schlussfolgerungen angesehen, die (aus dieser Sicht korrekte) zugehörige Emotion ist Scham; der Begriff Schuldgefühl oder Schuldgefühle wird daher in strenger Auslegung nicht verwendet, eine Abgrenzung unterbleibt somit (z.B. Stavemann, 2008^[1]). Demnach können Schuldgefühle bzw. Scham überwunden werden, wenn Bewertung und Schlussfolgerung überprüft und korrigiert werden. Oftmals sehen sich Betroffene verantwortlich für Ereignisse, die nicht oder nur zum Teil unter ihrer Kontrolle lagen. Betroffene trennen auch häufig nicht zwischen ihrer Person und einem einmaligen Verhalten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Betroffene verknüpfen das Begehen von Fehlern (den Verstoß gegen (in diesem Ansatz eben immer eigenen,
verinnerlichten) Normen) mit einer Bewertung ihrer gesamten Person, bzw. fällen ein Urteil über sich als Mensch, bzw. wertvollen oder wertlosen Menschen (im Sinne einer pathologischen Selbstwertbestimmung). Dies sind in der Regel tief verwurzelte und inzwischen unbewusst ablaufende Bewertungsprozesse.

Innerhalb der Kognitiven Verhaltenstherapie werden Schuldgefühle bzw. Scham als nicht hilfreich gewertet. Denn sie machen das Verhalten nicht ungeschehen, führen nicht unbedingt zu einer Wiedergutmachung und auch nicht zur Vermeidung zukünftigen Fehlverhaltens. Übernahme von Verantwortung und Reue soll demnach genügen. Die Aufdeckung und Bearbeitung unbewusster Bewertungsprozesse und ein (langwieriges) Neulernen und damit auch ein konsequentes wiederholtes Einüben bei gleichzeitigem emotionalen Erleben neuer Bewertungsmuster ist daher zentraler Gegenstand der Kognitiven Verhaltenstherapie.

--

Der Buddhismus stellt das Schuldgefühl weitgehend in den Bereich des Leids, von welchem man sich über den Weg der Akzeptanz befreien muss.

Das zentrale Dogma des Christentums vom Sühnetod Christi am Kreuz führt dazu, das Gewissen von vorhandenem Schuldgefühl zu befreien, um so ein Umdenken (Metanoia) des Menschen möglich zu machen.^[2]

--

* Doris Wolf: Wenn Schuldgefühle zur Qual werden. Wie Sie Schuldgefühle überwinden und sich selbst verzeihen lernen. PAL Verlag, ISBN 3-923614-68-3